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Review von Michael Schuh

Die Experten sind sich in einer Sache weitgehend einig: Die besten David Bowie Platten sind in den 1970ern erschienen. Dass der Mann danach noch über drei Jahrzehnte weiter fleißig gegen seinen eigenen Legendenstatus ankomponierte, spricht für ihn. Wer will sich schon mit Anfang 30 eingestehen, künstlerisch alles gesagt zu haben? Nach den Boxsets „Five Years (1969 1973)“ und „Who Can I Be Now? (1974 1976)“ warteten vielleicht so viele Fans wie nie auf das vorliegende Package, das Bowies große Entdeckerphase dokumentiert.

„A New Career In A New Town“, the adventures of the formerly known Thin White Duke in Berlin/Germany. Der European Don in den „Hansa Studios by the wall“. Mit Iggy und Teilzeitgast Lou in der mythischsten Künstler WG des Rock’n’Roll. „Heroes“, Berlin Trilogie, 134 aufgenommene Songs im Zeitraum von 1977 bis 1982. So wird diese legendäre Zeit heute vergöttert und dabei oft verklärt. Denn so einig man sich heute nicht nur in Nerd Kreisen ist, dass ein Album wie „Low“ für nachfolgende Musikergenerationen stilprägend war, so teilnahmslos reagierte ab 1977 das (einstmals) große Ziggy Stardust Publikum auf die schrägen, unkommerziellen Experimente des britischen Superstars.

Die großen Erfolge des Sängers, sie fanden vor 1977 und nach 1982 statt. Sein Label RCA stellte im Jahr 1983 ernüchtert fest, dass sich ihr Klient zumindest kommerziell in einer Abwärtsspirale befand. Die Alben, die nun in vorliegender Box versammelt sind, finden sich am Ende der folgenden Verkaufszahlenliste aus jenem Jahr: „The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders from Mars“ (1.3 Millionen), „ChangesOneBowie“ (1.3 Mio.), „Young Americans“ (920.000), „Diamond Dogs“ (745.000), „David Live“ (600.000), „Station To Station“ (550.000), „Aladdin Sane“ (530.000), „Space Oddity“ (455.000), „Hunky Dory“ (445.000), „Pin Ups“ (420.000), „Scary Monsters“ (345.000), „Heroes“ (280.000), „Low“ (265.000), „Lodger“ (150.000), „Stage“ (125.000). Der Großartigkeit dieser CD /Vinyl Sammlung schadet dies: ausdrücklich nicht.

„A New Career In A New Town“ wird von einem ganz anderen Problem überschattet, einem kaum für möglich gehaltenen Faux Pas. Mitten im sechsminütigen „Heroes“ (ab Minute 2.50) fällt die Lautstärke signifikant ab, nachdem es schon vorher zu einigen Sound Schwankungen (CD sowie LP) kommt. Wir sprechen vom vielleicht berühmtesten David Bowie Song auf einem zentralen Album des Boxsets, der wie kein anderer für seine Berlin Jahre steht. Wie kann so ein eklatanter Mastering Fail passieren? Zusätzlich wurde auf „Lodger“ im Bassbereich einiges nachbearbeitet, was aber auch nicht erklärt, warum ab und an seltsame Störgeräusche zu hören sind (Album liegt aber auch in reinen Remasters Version bei).

Mittlerweile hat sich ein derartiger Shitstorm im Netz entfesselt, dass sogar Bowies Sprecher Julian Stockton Stellung bezogen hat. Er verteidigt das Mastering damit, dass Produzent Tony Visconti, der die Bowie Alben „Low“, „Heroes“, „Lodger“ und „Scary Monsters (And Super Creeps)“ produzierte, am kompletten Prozess beteiligt war. Das „Lodger“ Album wollte er mit einem neuen Mixing modern klingen lassen. Man habe im Vorfeld der Box Konzeption teilweise 50 Testpressungen einer einzigen Platte aufgetrieben und angehört, um das bestmögliche Ausgangsmaterial zu bekommen, so Stockton in Bezug auf die zahlreichen Beschwerden, das Label habe im Wissen, mit dem großen Namen sowieso Kohle zu machen, ein liebloses Produkt auf den Markt geworfen. Alle in „A New Career In A New Town“ enthaltenen Platten klingen so, wie Visconti, der an früheren Remasterings nicht beteiligt war, es immer wollte. Zuvor hinderten ihn die technischen Restriktionen des Vinyl Formats an einer entsprechenden Umsetzung.

Zum „Heroes“ Lautstärkeabfall verteidigt sich das verantwortliche Label Parlophone, dass sich auf dem originalen Analog Mastertape der Platte zwischen Minute 2.42 und 2.49 „ein Energieverlust“ befunden hätte. Um diesen auszugleichen habe man eine Automatisierung in den hohen Frequenzen (etwa + 6 dB) hinzugefügt, die an der 2.50 Stelle endet. Leider führe dieser Effekt zu dem Eindruck eines Lautstärkeabfalls, Parlophone betont jedoch, „dass dies nicht der Fall ist.“ Liebe Menschen bei Parlophone: Es dürfte den meisten Menschen, die 120 Euro für dieses CD Boxset oder das Doppelte für Vinyl berappelt haben, scheißegal sein, auf welche Ideen euch euer Kampf gegen einen „Energieverlust“ gebracht hat. Inmitten des berühmtesten Bowie Songs überhaupt nahm man bewusst einen für jeden Normalsterblichen hörbaren Mastering Fehler in Kauf. Das ist schlicht fahrlässig.

Diesen Fehler dann nicht einmal zuzugeben (im Booklet kein Wort darüber) und die Fans auch noch zu ermahnen, gefälligst glücklich zu sein, endlich dem echten Mastertape von „Heroes“ lauschen zu dürfen, ist an Selbstüberschätzung schwer zu toppen. Selbst Visconti war während des Remasterings zugegen, es muss also an unseren Ohren liegen. Allein die „Low“ Platte: Bowie wollte mit Brian Eno (was sagt der eigentlich zur Box?) auf zu neuen Ufern, eine LP Seite „konventionelle Kompositionen“ und eine Ambient Seite. Visconti brachte den funkelnagelneuen Harmonizer Snare Drum mit ins Studio, sowie den experimentellen Gitarristen Ricky Gardiner. Im Chateau d’Herouville nahe Paris entstand somit Bowies mutigstes künstlerisches Statement. Nur fünf von elf Songs beinhalteten Gesang, was das Fass mit RCA zum berlaufen brachte. Das Label versuchte die Veröffentlichung zu stoppen und riet Bowie, nach Philadelphia zurück zu gehen, um gefälligst „Young Americans II“ aufzunehmen, wie Visconti im Booklet amüsiert erzählt.

Iggy Pop, häufiger Besucher, singt bei „What In The World“ im Background. Schon damals unterhielt der nüchterne Stooges Star die gesamte Belegschaft mit köstlichen Anekdoten, so dass Bowie und Visconti ihn eines Nachts interviewten und das Band mitlaufen ließen. „David, Iggy und ich saßen uns im abgedunkelten Studio gegenüber und Iggy redete wie ein Wasserfall, stundenlang. Leider habe ich nie erfahren, wo diese Aufnahme gelandet ist“, so Visconti.

Berlin ist eine Stadt, die aus Bars für traurige, desillusionierte Menschen besteht, die sich dort besaufen, so Bowies Analyse im Jahr 1978. Eine Beschreibung, die gut zu seinen melancholischen wie eisigen Instrumentalsongs auf „Low“ und „Heroes“ passt und leider nun auch den Gemütszustand der Käufer dieser Box trifft, obwohl sogar an die eher unbekannte, 1981 aufgenommene „Baal“ EP mit Bert Brecht Songs gedacht wurde. Es war die letzte gemeinsame Aufnahme Session von Bowie und Visconti bis „Heathen“ (2002). Was sich der Produzent im Mastering Raum für diese Box gedacht hat, würde die ffentlichkeit sicher auch gerne erfahren.

PlutoX Vor 4 Monaten

„Trau dich, schreib was!“ is wohl einer der überflüssigsten Sätze überhaupt. XD Wie wärs mit „Trau dich! Hab Mut deine Finger zu bewegen um den nächsten Shitstorm Effect auszulösen.

Jeder findet’s müll wenn Audio plötzlich in der Lautstärke variiert. Aber das is ’ne Sache die heutzutage schnell aus’m Weg geräumt werden kann wenn genug Leute konstruktives Feedback geben. Und wenn’s einem nicht passt, fummel halt selbst am Audiofile deiner Wahl rum. Oder kauf erst keine Collection die zwar schön im Schrank aussieht, aber dir wegen einer Kleinigkeit nach’m Karton rausfummeln für mehrere Sekunden in einem Song missfällt.

Is ja nicht so dass man die Dame seiner Wahl mit ’ner gut sortierten und hübsch klingenden Schallplatte heutzutage noch beeindrucken muss. xD

„Aber das is ’ne Sache die heutzutage schnell aus’m Weg geräumt werden kann wenn genug Leute konstruktives Feedback geben.“
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